Der Bocholter Martinszug gilt als der älteste und größte Martinszug Westfalens und ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt. Besonders prägend sind die kunstvoll geschnitzten Runkelrüben-Laternen, die traditionelle Darstellung des heiligen Martin als Bischof sowie der stimmungsvolle Umzug durch die Innenstadt. Rund um den 11. November ziehen jedes Jahr tausende Kinder mit ihren Laternen durch Bocholt und halten so ein lebendiges Brauchtum in Ehren, das für Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft steht.
Der Bocholter Martinszug gilt als der älteste und größte Martinszug Westfalens und ist seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Stadt. Besonders prägend sind die kunstvoll geschnitzten Runkelrüben-Laternen, die traditionelle Darstellung des heiligen Martin als Bischof sowie der stimmungsvolle Umzug durch die Innenstadt.
Das Martinsbrauchtum in Bocholt hat seine Wurzeln weit in der Geschichte der Stadt. Bereits im 16. Jahrhundert entwickelte sich der Brauch des Gabenheischens, bei dem zunächst Studenten und später Kinder sowie Bedürftige um Gaben baten. Mit der erstmaligen Organisation eines gemeinsamen Martinszuges durch den Verein für Heimatpflege im Jahr 1910 erhielt die Tradition einen festen Rahmen, der bis heute Bestand hat.
Auch nach der Gebietsreform 1975 wurden die gewachsenen Bräuche in den einzelnen Stadtteilen bewahrt und weitergeführt. So finden rund um den Martinstag zahlreiche Umzüge in der Innenstadt, den Stadtteilen und den Kindergärten statt. Das Martinsbrauchtum erinnert dabei nicht nur an historische Traditionen, sondern auch an die Bedeutung des heiligen Martin als Vorbild für Mitmenschlichkeit, Fürsorge und Hoffnung.
Entsprechend der Tradition werden seitdem viele ausgehöhlte und mühevoll mit kunstreichen Schnitzereien versehene Runkelrüben, aus denen der weiche Schein einer Kerze leuchtet, gezeigt. Dem Martinszug reitet seit den 20er-Jahren des letzten Jahrhunderts der Bischof Martin voran. Mit bunten Laternen folgen die Kinder dem St. Martin auf seinem Schimmel und sorgen mit ihren Laternen für ein Lichtermeer auf ihrem Zug durch die Innenstadt. Anschließend holen sie sich auf dem Marktplatz ihre Martinstüte ab.
Der Bocholter Martinszug folgt einer festen Tradition: Er beginnt auf dem Berliner Platz, wo sich die Schulen und Laufgruppen für den gemeinsamen Start versammeln. Von dort aus führt der Weg über den Parkplatz am Mariengymnasium, über die Brücke an der Schanze und weiter durch die Brückenstraße.
Anschließend zieht die bunten Schar am Südwall, der Ostmauer und der Nordmauer entlang. Über den Niederbruch und die Wesemannstraße geht es weiter zur Langenbergstraße und zurück zur Kreuzung Südmauer/Osterstraße. Über die Osterstraße und die Königsstraße erreicht der Zug schließlich das Historische Rathaus, wo sich der stimmungsvolle Zug auflöst.
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